Karlshöher „Herzle-Brot“ geht weg wie die warmen Semmeln!

Gruppenbild in der Reihe (v.l.n.r.): Felix Remmele (Luckscheiter), Volker Lutz (Lutz), Frank Clement (Clement), Frank Sautter (Fundraiser Karlshöhe), Martina Tetz (Geschäftsbereichsleiterin Ausbildungszentrum), Nickolas Katz (Katz), Willy Holzwarth (Der obere Beck) Diakon Thomas Klenk (Pädagogischer Vorstand Karlshöhe), Steffen Mahl (Stöckle).

Gruppenbild in der Reihe (v.l.n.r.): Felix Remmele (Luckscheiter), Volker Lutz (Lutz), Frank Clement (Clement), Frank Sautter (Fundraiser Karlshöhe), Martina Tetz (Geschäftsbereichsleiterin Ausbildungszentrum), Nickolas Katz (Katz), Willy Holzwarth (Der obere Beck) Diakon Thomas Klenk (Pädagogischer Vorstand Karlshöhe), Steffen Mahl (Stöckle).

Spendenaktion von Handwerksbäckern des Landkreises bringt dem Ausbildungszentrum der Karlshöhe 9000 Euro

Das „Karlshöher Herzle“ verkaufte sich in den letzten zwei Monaten wie geschnitten Brot. An die 13.500 Laibe gingen über die Ladentheken von sieben Bäckern im Landkreis. Die gaben 50 Cent pro Brot aus eigener Tasche von ihren Einnahmen ab, rundeten die Endsumme großzügig auf und überwiesen das Geld auf das Konto des Ausbildungszentrums (AZK) der Karlshöhe Ludwigsburg, in dem junge Menschen mit Handicap kaufmännische oder hauswirtschaftliche Berufsabschlüsse erwerben können. Das Geld soll in eine noch weiter verbesserte Ausstattung des Schulungszentrums einfließen.

Dank an die Bäckerei-Handwerksfachbetriebe

Die Idee wurde zum Jahresmotto der diakonischen Einrichtung auf der Karlshöhe „Unser tägliches Brot gib uns heute“ umgesetzt. „Das Brot ist im Glauben ein wichtiges Symbol und kommt in der Bibel an vielen Stellen vor“, sagt der Pädagogische Vorstand der Karlshöhe, Thomas Klenk bei der Abschlussveranstaltung. Er bedauert, dass Brot heute mitunter zur industriellen Massenware geworden ist, das sogar weggeworfen werde. „Das Brot verdient mehr Würdigung, mehr Ehrfurcht“, sagt der Diakon. Deshalb ergäbe die Verbindung von diakonischer Arbeit und Handwerksbäckertum aus der Region „einfach eine besondere Spenden-Aktion, für die wir uns sehr bei den Bäckereibetrieben bedanken“, unterstreicht Thomas Klenk.

In sieben Backstuben von Lutz, Rechkemmer, Luckscheiter aus Ludwigburg, vom Oberen Beck aus Erdmannhausen, Clement aus Sachenheim, Katz aus Vaihingen und Stöckle aus Bietigheim haben sich die Meister dafür eigene, besondere Rezepte einfallen lassen. Jeder ein anderes und eines, das ausschließlich zu diesem Anlass gebacken wurde. Nur ein Merkmal hatten alle gemeinsam. Das große Herz oben auf der Kruste. Die Inhaber sind sich einig: Diese Vielfalt war mit ein Erfolgsfaktor für die Aktion.

Karlshöher Herzle ist Kult

Einer berichtet von Kunden, die sich erkundigten, wo es das „Herzle“ sonst noch geben würde und sei dann wegen eines Geschmacksvergleich extra zu einer anderen Filiale gefahren – Brottourismus für den Genuss. Auch nach dem Ende der Aktion würde immer noch nach dem „Herzle“ gefragt. Viele hätten sich erkundigt, was hinter der Aktion stecke und wollten wissen, wofür das Geld verwendet würde. Es wurde manchmal deswegen sogar mehr bezahlt als verlangt. Alle Bäcker schlagen vor, das Karlshöher Herzlebrot zu Erntedank 2024 wieder zum Pulsieren zu bringen. Und sie wollen weitere Kollegen motivieren, sich ebenfalls zu beteiligen.

Besonders am Familientag im Ludwigsburger Schloss am 30. September wollten viele Besucher unbedingt das Herzle-Brot am Infostand erwerben, „obwohl die ausgestellten sieben Brote nur die Spenden-Aktion verdeutlichen sollten und überhaupt nicht zu kaufen waren“, sagt Pressesprecher Michael Handrick mit einem Schmunzeln. „Wir haben deshalb am Stand spontan alternativ mit frischen Waffeln auf die große Nachfrage reagiert“, erzählt Martina Tetz, die Geschäftsbereichsleiterin des Karlshöher Ausbildungszentrums. Felix Remmele von der Bäckerei Luckscheiter  hatte einen Sack Mehl spendiert, der Hühnerhof Kurz die Eier. Von den 110 Litern Teig wurde noch der letzte Tropfen ausgebacken und verkauft. Martina Tetzt freut sich am Ende über einen Spendenbetrag von über insgesamt 9000 Euro, der den Auszubildenden auf der Karlshöhe zugute kommt.

Das Ausbildungszentrum der Karlshöhe

Das Ausbildungszentrum der Karlshöhe (AZK) ist eine Einrichtung, in der junge Männer und Frauen mit psychisch oder physischen Handicaps einen regulären Ausbildungsberuf im hauswirtschaftlichen oder kaufmännischen Bereich erlernen. Praxisorientiert wird in modernen und barrierefreien Räumen in individuellem Tempo gelehrt und gelernt. Weil in kleinen Klassen unterrichtet und gearbeitet wird, können die Lehrer und Ausbilder ganz gezielt und individuell auf die Bedürfnisse der mehr als 100 Schülerinnen und Schüler eingehen. Für den schulischen Teil der Ausbildung ist die eigene Berufsschule auf dem Campus zuständig. Dort gibt es auch Wohngruppen in einem Internat, für alle die nur am Wochenende oder in den Ferien nach Hause gehen können. Erfahrene Mitarbeitende der Ausbildung und der Berufsschule, aus dem sozialpädagogischen, medizinisch-psychologischen Bereich und aus dem Sozialdienst unterstützen in jeder Phase das Lernen. In betrieblichen Praxisphasen wird das erworbene Wissen ausprobiert und unter Beweis gestellt. Am Ende steht für die jährlich rund 30 Absolventinnen und Absolventen der Abschluss nach den regulären Prüfungsstandards der IHK.

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